Warum nicht spontan nach Plettenberg?

Der P-Weg Ultramarathon 2019

Katerina Münzenmaier

Alles begann mit der WhatsApp-Nachricht meines Mannes, die ich am Freitagabend las. Sie lautete:

"Morgen Trainingslauf in Plettenberg? 74km/2000HM

Erst hielt ich die Nachricht für einen Spaß, denn eigentlich war ich mitten in der Vorbereitung auf meinen ersten kleinen Ultra-Lauf, den 6-Stunden-Lauf in Werl, der zwei Wochen später stattfinden sollte. Aber als er mir abends beim Abendessen sagte, dass er mir die 74 Kilometer mental durchaus zutrauen würde, wusste ich bereits, dass mich diese Idee nicht loslassen würde. Also das Wochenende kurzerhand um geplant und einen Großeinkauf für einen Ultra-Lauf getätigt. Nach einigen Stunden Schlaf klingelte um 3:30 Uhr der Wecker  und um halb 5 war ich bereits auf dem Weg in das 130 km entfernte Plettenberg. 

 

Insgesamt starteten mit mir 49 Läufer auf der Ultradistanz, darunter 7 Frauen (mich eingeschlossen). Nach dem Startschuss liefen wir bei lauter Musik und großartiger Stimmung hinaus in den Nebel – doch bereits hinter der ersten Kurve warteten die ersten der 2.000 Höhenmeter. Auf den nächsten 40 Kilometern, die wie im Nu verflogen, hatte ich das Glück, von Michael – einem erfahrenen Ultraläufer – zu lernen, wie man sich seine Kraft für 74 Kilometer prima einteilen konnte: bergauf zügig wandern, bergab Tempo aufnehmen. Als er später unter Krämpfen herunterbremsen musste, hielt er mich an, weiter Gas zu geben, jedoch nicht ohne mir vorher die gesamte Strecke und ihre Eigenheiten beschrieben zu haben. Ein besseres Ultralauf-Debut hätte ich eigentlich gar nicht haben können. 

 

Nach zwanzig weiteren Kilometern ging es also endlich dem Ziel entgegen und es musste „nur" noch ein steiler Anstieg (Teil der Halbmarathonstrecke) überwunden werden. Entgegen der Warnungen von Michael genoss ich auch diesen Berg und konnte die letzten 4 Kilometer, die es dann über einen Single-Trail runter nach Plettenberg ging, gefühlt mit fast frischen Beinen (wenn auch etwas schmerzenden Füßen) zügig hinter mir lassen. Absolut euphorisch kam ich ins Ziel, das über einen abgesperrten Weg zu erreichen war und die Läufer anschließend zur Bühne führte, wo sie beim Überreichen der Medaille interviewt wurden. Eine weitere Überraschung, die auf mich wartete, war das Preisgeld, das ich für den 5. Platz bei den Frauen erhielt.  Um etwa 17 Uhr 30, nach fast 10,5 Stunden Lauf und nicht ganz 24 Stunden nachdem ich von meinem Mann zum ersten Mal vom P-Weg Ultra gehört hatte, schrieb ich ihm schließlich zurück: 

„Angekommen!"